top of page

Die Arbeit an der Hand und das tensegrale Pferdetraining

  • Autorenbild: Giulia Pöhnl
    Giulia Pöhnl
  • 16. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Mein Lusitano Grandioso bei einem Galopp an der Hand
Mein Lusitano Grandioso bei einem Galopp an der Hand

Einige Zeit hab ich die Arbeit an der Hand (versammelnde Arbeit auf Trense) hinten angestellt, weil ich gemerkt habe, dass meine Pferde immer wieder in kompensatorische Bewegungsmuster zurückgefallen sind. Das zeigte sich zum Beispiel durch ein vermehrtes Stützen über den Unterhals, eine aufgewölbte Lende und ein Verkürzen der dorsalen Kette. Trotzdem mochte ich die Ergänzung zum tensegralen Training („Bewegungstraining“) am Kappzaum, weil der Fokus ein anderer ist, ich die Pferde mehr schließe und zum Beispiel an der Beugung der Hinterhand arbeite.

Grundsätzlich kann ich viele Übungen im tensegralen Training ebenso auf Trense ausführen. Das ist zum Beispiel zur Gewöhnung an das Gebiss super und zur Vorbereitung aufs Reiten. Die eigentliche Arbeit an der Hand ist für mich aber eher klassisch geprägt und besteht u.a. aus Abkauübungen sowie Seitengängen, zur Förderung der Versammlungsfähigkeit und zur Mobilisation. Die Pferde werden in Aufrichtung gearbeitet. Schulschritt und die Erarbeitung einer Piaffe sind weitere Lektionen. Klingt toll, sofern die Pferde in der Lage sind, die Übungen korrekt auszuführen. Daher habe ich in letzter Zeit vermehrt getestet, wie ich beides miteinander kombinieren kann. Meine Lösung: Flexibilität im Denken .

Sobald ich merke, dass mein Pferd fest im Rippenbogen wird oder keine Flexion in der BWS zustande kommt, verlässt meine Hand, die den äußeren Zügel führt, ihren angestammten Platz und hilft dem Pferd an anderer Stelle. So einfach und simpel. Es klappt tatsächlich sehr gut und ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich die Pferde durch diese Ergänzung noch besser stabilisieren kann. Ein ruhiger Schulschritt/ Tropfenschritt kann zum Beispiel bei Pferden sehr sinnvoll sein, die zu viel im Schub sind oder/ und extrem in den Sprunggelenken drehen. Wann ist sie meiner Meinung nach nicht sinnvoll? Bei Pferden ohne eine Idee sich korrekt zu tragen. Dann fördert zu frühe Versammlung Kompensationen bzw. pathologische Bewegungsmuster.

Aber ich möchte in dem Zug auch erwähnen, dass sich Pferde ausprobieren sollen dürfen und ich sie in kein starres Förmchen pressen möchte. Daher ist Bewegungsvarianz auch so wichtig.

Arbeitet ihr eure Pferde auch an der Hand? Was sind eure Erfahrungen?

 
 
 

Kommentare


bottom of page