top of page

Das hypertone Pferd im Training

  • Autorenbild: Giulia Pöhnl
    Giulia Pöhnl
  • 19. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Lusitano mit viel Tonus
Malibu hat sehr viel Tonus und ist dadurch natürlicherweise ausdrucksstärker

Was versteht man eigentlich unter Muskeltonus?

Für alle, die sich bisher noch nicht mit dem Thema Muskeltonus beschäftigt haben, hier eine kurze Erklärung:

Der Muskeltonus beschreibt die Eigenspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Ohne Muskelspannung könnten wir weder gehen, stehen noch unseren Kopf anheben. Diese Spannung existiert nicht nur in der Bewegung, sondern auch im Ruhezustand – sie wird dann als Grundspannung bezeichnet. Sie ist essenziell dafür, dass der Körper nicht „in sich zusammenfällt“.


Was bedeutet „hyperton“?

Wie beim Menschen gibt es auch bei Pferden individuelle Unterschiede im Tonus. Manche Pferde bringen von Natur aus eine höhere Grundspannung mit – man spricht dann von hypertonen Pferden.

Diese Pferde zeichnen sich durch eine sehr hohe passive Muskelspannung aus. Das bedeutet: Selbst ohne aktive Bewegung oder Training halten sie ihren Körper gut „in Form“. Diese hohe Grundspannung geht häufig mit einer gewissen Nervosität oder inneren Anspannung einher.

Auf den ersten Blick wirken solche Pferde oft ausdrucksstark, präsent und „in Haltung“ – doch genau das hat auch seine Schattenseiten.


Warum hoher Tonus problematisch sein kann

Ein dauerhaft erhöhter Muskeltonus kann die Elastizität der Muskulatur stark einschränken. Typische Folgen sind:

  • Verhärtungen,

  • Verklebungen der Faszien,

  • gestörter Flüssigkeitstransport im Gewebe.

Besonders unter Stress oder bei Aufregung bauen hyperton veranlagte Pferde schnell negative Spannung auf. Statt geschmeidig zu arbeiten, wird der Körper fest, unelastisch, „blockiert“.


Was bedeutet der hohe Tonus für das Training?

Gerade bei hypertonen Pferden ist eine intensive Lösungsphase unverzichtbar. Beweglichkeit und Durchlässigkeit entstehen hier nicht durch mehr Energie oder Druck, sondern durch bewusste Mobilisation, Entspannung und Losgelassenheit.

Wichtig: Achte auf deine eigene Körperspannung. Wenn du selbst zu viel Spannung mitbringst, kann das Pferd darauf mit noch mehr Gegenspannung reagieren.

Deshalb gilt im Umgang mit hypertonen Pferden:

  • Weniger ist oft mehr.

  • Arbeite weich, ruhig und bewusst mit wenig eigener Körperenergie

  • Vermeide Hektik oder zu viel Druck.

Ziel ist es, dem Pferd Weichheit und Sicherheit zu vermitteln – damit sich auch die tieferliegenden Muskelgruppen lösen können.


Fazit:

Hypertone Pferde brauchen Verständnis und gezieltes Training, das nicht noch mehr Spannung aufbaut, sondern sie weicher werden lässt. Mit der richtigen Herangehensweise kannst du diesen Pferden helfen, geschmeidiger, durchlässiger und insgesamt entspannter zu werden.


Tensegrales Pferd eines hypertonen Pferdes
Hypertone Pferde profitieren oft sehr vom tensegralen Training

Kommentare


bottom of page