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Läuft dein Pferd über die Schulter weg oder öffnet es diese?

  • Autorenbild: Giulia Pöhnl
    Giulia Pöhnl
  • 16. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

In der Arbeit mit Pferden hört man oft den Begriff „die Schulter öffnen“. Doch was bedeutet das eigentlich genau – und wie erkennst du, ob dein Pferd wirklich die Schulter öffnet oder stattdessen über sie „wegläuft“?



Gerade in der biotensegralen Faszienarbeit sind zwei Aspekte entscheidend:

  • eine frei bewegliche Schulter

  • und ein frei getragener Rumpf

Beides sind grundlegende Ziele im funktionellen Bewegungstraining. Viele Übungen sind genau darauf ausgerichtet – und dennoch sehe ich in der Praxis häufig Pferde, die nach außen über die Schulter „weggeschoben“ werden. Der Gedanke dahinter: So soll sich die Schulter öffnen und der Rumpf aufrichten. Die Realität sieht allerdings anders aus.


Was bedeutet "Schulter öffnen" wirklich?

Bei einer korrekten Ausführung bleibt das innere Vorderbein stabil auf der Kreislinie – es wird nicht zur Seite versetzt. Die äußere Schulter hebt sich leicht an und führt das äußere Vorderbein schräg nach vorn auf der Kreislinie. Die Beine kreuzen sich dabei nicht.

Nur so öffnet sich die Schulter funktionell und in Verbindung mit dem restlichen Körper. Dieser Bewegungsablauf ist essenziell für einen losgelassenen Gang, die Aufrichtung und eine gesunde Biomechanik.


Ein Selbstversuch

Mach doch selbst einmal den Test: Laufe auf einem Kreis und beobachte, wie sich deine Schultern automatisch leicht nach innen drehen, um die Spur zu halten. Diese subtile Bewegung ist notwendig – und genau das sollte auch dein Pferd tun.


Was passiert im Pferdekörper?

  • Die äußere Schulter öffnet sich und hebt sich leicht.

  • Die äußeren Strukturen werden gedehnt.

  • Der Rippenbogen biegt sich.

  • Die Brustbein-Widerrist-Achse bleibt im Lot.

Das Pferd kippt nicht nach innen oder außen, sondern bleibt in Balance. So entsteht eine ehrliche Aufrichtung aus der Bewegung heraus – nicht durch äußeren Druck oder Schieben.


Den „Basic Move“ richtig verstehen

Der oft zitierte „Basic Move“ besteht nicht darin, das Pferd zur Seite über die Schulter hinwegzuschieben. Vielmehr geht es darum, dem Pferd über gezielte Impulse zu ermöglichen, sich selbst korrekt auszurichten – auf der Kreislinie, in der Biegung, in der Balance.

Denn nur ein Pferd, das sich selbst trägt, kann sich auch langfristig gesund und losgelassen bewegen.

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